Tübingen in Baden-Württemberg
Tübingen
Das malerische und verträumte Tübingen am Neckar ist nicht nur für Romantiker und Liebhaber deutscher Dichter wie Mörike und Hölderlin und ein lohnendes Urlaubsziel. Die alte Universitätsstadt mit ihren romantischen Gassen und Plätzen, ihrem beeindruckenden Markt und dem prächtigen Rathaus verbindet den Charme längst vergangener Zeiten mit dem pulsierenden Leben einer modernen Gegenwart.
Bereits 1477 wurde in Tübingen die Universität gegründet und im Tübinger Vertrag wurden 1514 erstmals auf dem europäischen Festland die Grund- und Menschenrechte niedergeschrieben. Das 1536 gegründete Evangelisch-Theologische Stift wurde rasch zu einer der bedeutendsten Bildungsstätten des Landes Württemberg.
Tübingen ist vor allem wegen der großen Denker und Dichter bekannt, die in dieser beschaulichen Stadt lebten und wirkten. In der malerischen Altstadt trifft man überall auf Gebäude, in denen die Größen in Wissenschaft, Dichtung und Lehre ihre Spuren hinterlassen haben. Während in der über 500 Jahre alten rosa getünchten Burse bereits Philipp Melanchthon seine Vorlesungen hielt, zählte das berühmte Tübinger Stift Kepler, Hegel, Mörike, Hölderlin und Hauff zu seinen namhaftesten Schülern. Friedrich Hölderlin lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1843 in Tübingen in dem direkt am Neckar gelegenen Hölderlinturm, der heute als Museum genutzt wird, in dem auch kleine kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Das Zentrum der Altstadt wird von der spätgotischen Stiftskirche dominiert, von deren Turm aus man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt genießen kann. Im Inneren der Kirche befinden sich einige künstlerische Grabdenkmäler und die sehenswerte spätgotische Kanzel. Neben der Kirche steht die Alte Aula der Universität mit dem angrenzenden Karzer, der im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Der große, von alten Häusern umgebene Marktplatz mit dem Neptunbrunnen bietet an den Markttagen ein lebhaftes und buntes Bild und das beeindruckende Rathaus mit seiner bemalten Fassade, dessen Giebel ein Türmchen schmückt, zählt zu den schönsten historischen Gebäuden der Stadt.
Durch die idyllische Ammergasse, die entlang des kleinen Ammerkanals führt, gelangt man durch die Unterstadt zum alten Kornhaus, das heute das Tübinger Stadtmuseum beherbergt. Eine Vielzahl von Kneipen mit studentischem Gepräge, Cafés und Restaurants verleihen der Altstadt ihr heimeliges Ambiente, das durch die allgegenwärtigen Erinnerungen an die großen Dichter der Stadt noch stimmungsvoll unterstrichen wird.
Doch am schönsten ist Tübingen vom Neckar aus. Betrachtet man die geruhsam über den Fluss gleitenden Stocherkähne, die unter tiefhängenden Weiden entlang der Neckarfront, vorbei am Hölderlinturm und um die Neckarinsel herumfahren, fühlt man sich an Venedig erinnert, wenngleich nicht ganz so lärmend und überlaufen.
Lyrikliebhabern seien die romantisch-literarischen Stocherkahntouren empfohlen, auf denen beim gemächlichen Dahingleiten von den Stocherern Gedichte von Hölderlin, Mörike und Sebastian Blau deklamiert werden. Vom Marktplatz aus führt die steile Burgsteige geradewegs zum Schloss Hohentübingen hinauf, das im 16. Jahrhundert auf den Fundamenten einer alten Pfalzgrafenburg errichtet wurde. Das Schloss dient heute als Museum für Münzsammlungen sowie den Sammlungen der Universität und beherbergt sogar eine ägyptische Grabkammer, Funde aus dem sagenhaften Troja und die 40.000 Jahre alten Vogelherdfiguren.
Auch die Umgebung von Tübingen lädt mit dem Naturpark Schönbuch und der Klostersiedlung Bebenhausen zu einem Ausflug ins Grüne ein.
