Chiemsee in Bayern



Chiemsee

Der 82 km² große Chiemsee mit seinen drei Inseln Herreninsel, Fraueninsel und Krautinsel ist der größte See Bayerns und ein beliebtes Urlaubs- und Ferienziel für Wassersportler aller Disziplinen. Die im Süden an den Chiemsee anschließende hügelige Landschaft bietet ein hervorragendes Terrain für Wanderer und die grandiose Bergwelt des Chiemgaus ist in den Sommermonaten bei Bergsteigern sehr beliebt, während sie sich über Winter in ein kleines Paradies für Schneebegeisterte verwandelt.

Das am Ostufer des Chiemsees gelegene Prien ist mit seinem Hafen das Zentrum der Chiemseeschifffahrt. Von hier aus lassen sich herrliche Rundfahrten über den gesamten See und zu den drei Inseln unternehmen – die wohl schönste Art, den Chiemsee intensiv und zugleich mühelos zu erkunden. Wer den See gern individueller befahren möchte, kann dies mit einem Segelboot oder per Ruder- bzw. Tretboot tun. Motorboote sind auf dem Chiemsee verpönt und nur mit strenger Ausnahmegenehmigung erlaubt; weniger anstrengend, dafür nicht ganz so sportlich darf man den See auch mit Elektrobooten befahren.

In Prien lohnt sich auch ein Bummel durch das Heimatmuseum mit seinen Trachtenstuben, Hinterglasbildern und der Ausstellung zur Chiemseefischerei. Auch der Kirche Mariä Himmelfahrt, die von Johann Baptist Zimmermann wunderschön ausgemalt wurde, sollte man seine Aufmerksamkeit schenken. Wasserfrösche und Sonnenanbeter finden am über 6 km langen Strand in Chieming hervorragende Badebedingungen. Auch hier gibt es eine neuromanische Kirche mit drei römischen Altarsteinen zu besichtigen.

Die Hauptattraktion des Chiemsees ist die Herreninsel, mit dem berühmten Schloss Herrenchiemsee, das der „Märchenkönig“ Ludwig II. um 1880 als Hommage an den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. bauen ließ. Das von einem weitläufigen Park umgebene bayerische Versailles wurde jedoch nie fertiggestellt. Doch acht Jahre lang wurde an dem Schloss und den Gartenanlagen gearbeitet und von den siebzig geplanten Räumen konnten zwanzig vollendet werden.

Schon von außen lässt das „künstliche Paradies“ des Bayernkönigs die Prunkentfaltung im Inneren des Schlosses erahnen: Das Prunktreppenhaus kopiert die Gesandtentreppe von Versailles und wird von einem für damalige Zeiten spektakulären Glasdach mit Gusseisenkonstruktion gekrönt. Bevor Ludwig II. in Herrenchiemsee eintraf, wurde das gesamte Treppenhaus mit einem Blütenteppich aus tausenden von Rosen und Lilien geschmückt – das alles wurde durch unzählige Kerzen festlich erleuchtet. Prächtig geht es im Paradeschlafzimmer mit kostbaren Möbeln, Samt, Seide und Stickereien zu, ebenso wie in der fast 100 Meter langen Spiegelgalerie, die der von Versailles in nichts nachsteht. Wo einst im Schein von unzähligen Kerzen der König des Nachts alleine auf und ab ging, finden heute festliche Konzerte statt. Insgesamt zehn Tage lang – im September 1885 – wohnte der „Märchenkönig“ auf Herrenchiemsee. Danach musste der Bau aus Geldmangel eingestellt werden.

Weniger prächtig, doch nicht minder interessant geht es auf der stimmungsvollen Fraueninsel zu, wo Herzog Tassilo III. im 8. Jahrhundert das Benediktinerkloster Frauenwörth gründete. Das kleine Fischerdorf im Norden der Insel macht besonders wegen seiner schmackhaften Schratzen, einer speziellen Barschart von sich reden. Von der Mitte des Chiemsees aus bietet sich ein einzigartiger Ausblick auf das schroff gezackte Bergpanorama der Chiemgauer Alpen.





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