Füssen



Füssen

Es hat schon seinen guten Grund, weshalb die Romantische Straße nach Füssen führt – von hier aus zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite und präsentiert sich mit ihren verwinkelten Dächern, aus denen das Hohe Schloss und das Kloster St. Mang herausragen, besonders malerisch.

Die bevorzugte Lage der Stadt über dem Lech veranlasste schon die Römer im 3. Jahrhundert ein Militärlager anzulegen, womit Füssen zu den ältesten Siedlungen im Voralpenland gehört. Im 8. Jahrhundert gründete der Mönch und Missionar Magnus ein Kloster, aus dem sich das Benediktinerstift St. Mang – die Kurzform für Magnus – entwickelte. Um das Kloster herum entstand der Ort Füssen, der im Jahr 1295 erstmals als Stadt erwähnt wurde. Obwohl Füssen nie zur Freien Reichsstadt erhoben wurde, entwickelte es sich dank seiner verkehrsgünstigen Lage an der Römerstraße Via Claudia Augusta zum blühenden Handelszentrum, dessen Wohlstand in zahlreichen stattlichen Bürgerhäusern zum Ausdruck kam.

Der Dreißigjährige Krieg setzte dem ein Ende und erst während des 18. Jahrhunderts wurde der Ausbau der Stadt im verschwenderischen Barockstil wieder aufgenommen. Die aufkommende Industrialisierung des 19. Jahrhunderts sowie die Mittelalter-Begeisterung von König Max II., der die alte Burg Hohenschwangau zu seinem Sommersitz erhob, brachte Füssen zu weiteren Ansehen, was später durch den Bau des weltberühmten Märchenschlosses Neuschwanstein durch König Ludwig II. maßgeblich verstärkt wurde.

Füssens Altstadt zeigt sich besonders in der Reichenstraße von ihrer schönsten Seite. Prächtige Bürgerhäuser, Boutiquen und Straßencafés und gemütliches Allgäuer Lebensgefühl lassen einen Bummel durch die Stadt zu einer rundum erlebnisreichen Entdeckungstour werden. Strenge gotische Gebäudegiebel harmonieren mit üppigen barocken Fassaden, altehrwürdigen Kirchen und dem bunten malerischen Stadtbild, das durch die vielen Handwerker und Gewerbetreibende geprägt wird.

Auf das alte Kornhaus, „Schranne“ genannt, wird man seiner markanten rot-weißen Fensterläden wegen schon von weitem aufmerksam. Hier wurde einst der Getreidemarkt abgehalten, während das Obergeschoss den wissbegierigen Bürgersöhnen als Lateinschule diente. Auch heute kann man in den mittelalterlichen Gewölben einheimische und fremdländische Köstlichkeiten probieren und erwerben, da das Kornhaus wieder als Markthalle genutzt wird.

Der Brunnen am Brotmarkt erinnert an die alte Tradition der mittelalterlichen Lautenmacher, die sich in der Barockzeit auf den Geigenbau spezialisierten und Füssen einen weithin bekannten Ruf als Musikstadt einbrachten. Am Fuß des Schlossfelsens steht das Benediktinerkloster St. Mang, das einst das politische, religiöse und wirtschaftliche Zentrum der Stadt war und heute die Stadtverwaltung und das Füssener Heimatmuseum beherbergt.

Das zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Barockstil umgestaltete Kloster ist wegen seiner Krypta und des „Totentanzes“ in der St.-Anna-Kapelle besonders sehenswert. Nicht versäumen sollte man die wegen ihrer wunderschönen Wandmalerei bekannte Fassade der Spitalkirche bei der Lechbrücke sowie die prächtig ausgestattete Franziskanerkirche und die Kirche St. Sebastian am Alten Friedhof. Unübersehbar thront das Alte Schloss hoch über der Stadt, das zu einer der schönsten spätgotischen Schlossanlagen Deutschlands zählt.

Das um 1500 umgestaltete Schloss, dessen Torturm bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als Gefängnis diente, wurde einst von dem habsburgischen Kaiser Maximilan oft und gern als Sommeraufenthalt genutzt. Heute befinden sich die Staatsgalerie im Hohen Schloss sowie die Städtische Gemäldegalerie Füssen und nicht zuletzt das höchstgelegene Amtsgericht Bayerns in den einstigen Prunkräumen.





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