Sylt in der Nordsee



Sylt

Sie ist die nördlichste der Nordfriesischen Inseln und zugleich die beliebteste und prominenteste: Sylt, der schmale, langgezogene Landstreifen inmitten der unbeständigen und ständig in Veränderung begriffenen Nordsee. Keine andere Insel hat in derart vielerlei Hinsicht von sich reden gemacht wie Sylt. Ob als „Insel der Nackten“, „Insel der Reichen“ oder „Prominenteninsel“, hier traf und trifft sich noch immer alles, was Rang und Namen hat oder einfach nur Urlaub in einer der schönsten Regionen Deutschlands machen möchte.

Obwohl die Insel von oben betrachtet außerordentlich schmal und fragil wirkt, bietet sie doch erstaunlich viel Platz für die vielen Menschen, die alljährlich hierher kommen, um erholsame Urlaubswochen zu verbringen oder nur mal kurz übers Wochenende auf Sylt das Meer, die Luft und die Umgebung zu genießen. Die landschaftliche Vielfalt von Sylt reicht von den unberührten Dünengebieten des Listlands und Ellenbogens im Norden über den 40 Kilometer langen belebten Sandstrand bis nach Hörnum ganz im Süden, das nur durch eine Dünenkette vom ständig anbrandenden Meer getrennt wird.

Westerland ist Sylts einzige Stadt und zugleich der Anziehungspunkt auf der Insel schlechthin. Hier gibt es mit Einkaufsmöglichkeiten, Flaniermeilen, Trubel, Strand und Kureinrichtungen alles, was ein Urlaubsort seinen Gästen bieten kann. Die berühmte Kurpromenade, das Kasino, die Friedrichstraße mit der wohlgerundeten Brunnenfigur „Wilhelmine“ und vieles mehr machen den Reiz dieser Stadt ebenso aus wie der malerische Ortsteil Alt-Westerland mit seinen schönen Friesenhäusern und der Stadtkirche St. Nicolai.

Das nur etwa 700 Einwohner zählende Kampen ist wohl der berühmteste und exklusivste Ort, den die gesamte Nordsee zu bieten hat. Im „St. Tropez des Nordens“ lebten zuerst Künstler und Schriftsteller, bis die sogenannte Schickeria den Ort für sich entdeckte und ihn immer wieder in die Schlagzeilen brachte. Kampen ist auch berühmt für das Rote Kliff, das wegen seiner geologischen Bedeutung unter Naturschutz steht, sowie für die „Uwe-Düne“, wie die mit 52,5 Metern höchste Erhebung auf Sylt genannt wird.
Das mit Abstand idyllischste Fleckchen auf Sylt ist das an der Wattseite gelegene Dorf Keitum. Dies ist auf seine schöne Lage am Rand des Grünen Kliffs sowie seine sehr alten Bäume und die inseltypische Bebauung zurückzuführen. Alte reetgedeckte Friesenhäuser mit ihren bunt blühenden Vorgärten bilden den alten Ortskern von Keitum, das seinen Wohlstand dem Walfang zu verdanken hat. Etwas außerhalb des Dorfes liegt die Keitumer Kirche St. Severin, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Die Kirche wird von einem Friedhof umgeben, auf dem die Gräber der Sylter Kapitäne besonders sehenswert sind. Auch viele berühmte Gäste und Bewohner von Sylt fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Auch Morsum, das östlichste Dorf der Insel, kann mit einem spektakulären Naturphänomen aufwarten – dem Morsum-Kliff. Das etwa 23 Meter hohe Kliff, das wegen seiner vielen Farben auch das „Bunte Kliff“ genannt wird, besteht aus mehreren Sedimentschichten, von denen der schwarze Glimmer, der rot-braune Limonitsandstein und der weiße Kaolinsand besonders auffällig ins Auge stechen. Wie viele andere Gebiete auf Sylt steht auch das Morsum-Kliff unter Naturschutz. Dieses Kliff ist die einzige Stelle in Deutschland, an dem die voneinander abgegrenzten Schichten aus dem Zeitalter des Miozän und des Pliozän ans Tageslicht gelangen.





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